Als ehemaliger Waldbauer in der Waldsiedlung, der dort seine Jugendjahre erlebte und "das gelobte Land", die DDR, 1957 verließ, als die Zwangskollektivierung drohte, möchte ich mich einmal melden.
Da meine Schwester noch in der Waldsiedlung lebt und meine Frau in Zwickau geboren ist, wir 1946 in Fraureuth konfirmiert wurden, also auch schöne Erinnerungen aus unserer Jugendzeit haben, fahren wir fast jedes Jahr auch nach Werdau, Leubnitz und Fraureuth.
Besonders freuen wir uns, dass sich Werdau so herausgeputzt hat und es gelungen ist, so viele Bauten zu erneuern und Häuser mit guter Bausubstanz zu erhalten und zu restaurieren. So sind die Häuser im Jugendstil wieder schön anzusehen. Gern kehren wir im Ratskeller ein. Von 1952 bis 1957 spielten wir als so genannte "Waldbauernkapelle" zum Tanz im geamten Werdauer Raum auf, so auch in Vereinen, in Leubnitz in Sielers Gasthof, in Langenhessen, in Langenbernsdorf, in Steinpleiß, in Trünzig und an anderen Stellen. Auch spielte ich zum Tanz im Jägerhaus in Leubnitz auf.Es war eine schlimme Nachkriegszeit, aber weil es unsere Jugendzeit
war, haben wir daran auch schöne Erinnerungen, welche die auch erlebten unschönen Dinge, hervor-gerfuen durch die damaligen Machthaber, in den Hintergrund drängen. Gerne fuhr ich auch durch den schönen Landwehrgrund mit dem Milchwagen und den Milchkannen der Waldbauern zur Molkerei.Ich glaube, viele werden sich an diese Zeit nicht mehr erinnern können, oder haben sie gar nicht erlebt.
Unser nächster Besuch findet Ende April 2012 statt. Nun sind wir über 80 Jahre alt und fahren noch gern dorthin.
Herzliche Grüße nach Werdau.

Kommentar der Redaktion:
Sehr geehrter Herr Lewald,
vielen Dank für Ihren Eintrag. Wenn Sie Ende April wieder in Werdau sind, können Sie vielleicht auch noch das 15. IFA-Oldtimertreffen in unserer Stadt genießen. In jedem Fall sind Sie herzlich willkommen!
Mit besten Grüßen aus dem Werdauer Rathaus ...
André Kleber